Die Rache der 7 Meerjungfrauen

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Animation: René Adema 

Ton : Sanam Tahmasebi

die geschichte

Jurk Jensen ist ein hartgesottener Seemann, aber als er irgendwann in einen schweren Sturm gerät, fleht er um Rettung. Er verspricht, dass er bei sicherer Heimkehr für immer auf dem Segelschiff bleiben und niemals an Land leben will. Sieben Meerjungfrauen erhören Jurks Bitten und bringen den Sturm zum Erliegen. 

Die Jahre gehen dahin und Jurk führt ein gutes Leben. Nur, wenn er im Hafen seine Fracht lädt oder löscht, dann stürmt es. Sobald er den Anker lichtet, ist die See wieder ruhig. Jurk wird reicher und reicher. Und dann verliebt er sich eines Tages. Bis über beide Ohren. Er vergisst sein Versprechen und heiratet seine Liebste. Noch in der Hochzeitsnacht rächen sich die Meerjungfrauen. Eine riesige Flutwelle verschlingt das Haus von Jurk und seiner Braut und zieht ihn in die Tiefe, wo er fortan leben muss. 

 

Jedes Jahr im Mai – dem Monat der Liebe – versucht Jurk, aus seinem Gefängnis auszubrechen und zu seiner Braut zurückzukehren. Er wird es niemals schaffen. 

 

Die Geschichte von Jurk Jensen stammt aus Texel, wird aber auch in anderen Teilen der Küste erzählt. So gibt es eine ähnliche Geschichte aus Terschelling, in der die Hauptfigur Jouk Haan heißt. Und eine leicht abgewandelte Fassung steht in Ludwig Bechsteins 1853 veröffentlichtem Deutschen Sagenbuch mit dem Titel Die sieben Meerminnen

 

Quellen: 

Waddenlegenden 

Sprookjes & Sagen van Terschelling, von Richard van der Veen & Irina Filtzer 

Meerminnen en meermannen, von Bert Sliggers

der filmemacher

René Adema

Die Rache der sieben Meerjungfrauen ist ein fesselndes Märchen über ein nicht gehaltenes Versprechen. Ein Versprechen kann aufrichtig sein und von Herzen kommen, aber manchmal verblassen die Beweggründe im Laufe der Zeit und man will allzu strenge Bedingungen lockern.  

Die größte Herausforderung bei der Verfilmung dieser Geschichte waren die Zeitsprünge innerhalb eines 3-Minuten-Films. Die Zeichnungen und die Musik sind einfach und die Farben und die Stimmung passen zum Wattenmeer. Die Farbpalette stammt aus Fotos, die bei einem Besuch auf Schiermonnikoog zu Anfang des Projekts entstanden. Dort haben wir gesehen, wie alles auf der Insel und im Wasser in Bewegung ist und sich ständig verändert. Die angenehme Unruhe findet sich in der Musik und den Bildern wieder. Alles, was zu sehen und zu hören ist, unterstreicht das.

 

Die postkartenartige Umrandung des Animationsfilms verstärkt das nostalgische Gefühl, wie alte Fotos oder Ansichtskarten. Sie hebt zudem die Vielschichtigkeit der kulissenhaften Zeichnungen hervor. Innerhalb der dadurch entstandenen Tiefenwirkung entfaltet sich die Geschichte.