die geschichte

Minja, die Tochter der Meereskönigin Walja, sehnt sich nach der Menschenwelt. Sie ist aber vorbestimmt, den Meereskönig Scholper zu heiraten. Minja will das nicht: Sie findet diesen Scholper kalt, ein Wesen ohne Gefühl und Liebe. Dann sieht sie einen jungen Mann am Strand, der Gitarre spielt und wunderschön dazu singt. Auf Anhieb ist sie verliebt.

 

Am Tag der Hochzeit sucht Scholper seine Braut, aber sie schwimmt zum Strand, um ihren Liebsten zu finden. Aus Liebe springt der junge Mann in einem verzweifelten Versuch, Minja zu erreichen, ins Meer. Dann entfesselt Scholper einen Sturm...

die filmemacherin

Pauline Los

 Dieser Film basiert auf dem friesischen Märchen Minja, die Tochter der Meereskönigin, von J.P. Wiersma. 

 

Was mir an dieser Geschichte besonders gut gefiel, ist, dass sie sich größtenteils unter Wasser abspielt. Für diese Unterwasserwelt habe ich mich vor allem von Tieren und Pflanzen inspirieren lassen, die im Wattenmeer vorkommen. 

Ich habe mich für eine Silhouetten-Animation entschieden, denn ich arbeite sehr gern mit Papier. Die Kulissen bestehen aus zweidimensionalen Teilen, die um 3D-Elemente ergänzt wurden. An dieser Form gefällt mir die starke Suggestivkraft. 

Einer meiner Vorbilder ist die deutsche Filmemacherin Lotte Reiniger (1899-1981), die für ihre Silhouetten-Animationen bekannt war. Sie arbeitete an einem Glastisch, auf den sie die Kulissen und Figuren legte und Bild für Bild zusammenstellte. 

Ich gehe anders vor: Die Kulissen für diesen Film sind als 3D-Elemente aufgebaut, in denen die Figuren meist mit kleinen Stäben bewegt werden. Damit greife ich die alte Technik der Schattenpuppen auf. Nur der Gitarrist wird durch Stop-Motion zum Leben erweckt und mit digitaler Technik in die Kulisse eingebettet.

 

Für mich war es eine Herausforderung, die Geschichte ohne Text zu erzählen. Es ist toll, wie Bildsprache die gesprochene Sprache überflüssig macht und man damit auch komplexe Sachverhalte verständlich visualisieren kann. Die Musik spielt dabei eine wesentliche Rolle. Sie kam in enger Zusammenarbeit mit dem Komponisten Robert van der Tol zustande. Er verstand es wunderbar, die Atmosphäre in Musik umzusetzen. Keine leichte Aufgabe, denn der Film hat innerhalb kurzer Zeit viele Stimmungswechsel.